Reisebericht Bagamoyo

Bagamoyo Tansania

Es herrscht Fernweh – nicht nur bei vielen meiner Gäste, sondern auch bei mir. Nach über einem Jahr war es Zeit für mich, meine lokalen Kollegen in Tansania wiederzusehen, Lodge-Besichtigungen zu unternehmen und Aktivitäten zu testen. Besonders nach diesem turbulenten Jahr tat es gut, zu sehen, wie viele Camps und Lodges die Krise doch gemeistert haben.

 

Am 01.09.2021 ging es für mich mit Qatar Airways via Doha nach Dar es Salaam. Trotz umfangreicherer Vorbereitung als in "normalen" Jahren war die Anreise nach Tansania dank des sehr guten Service von Qatar Airways angenehm (aktuelle Informationen zu den Reisebedingungen können Sie unter diesem Link nachlesen).

 

Nach Ankunft am nächsten Morgen warteten bereits die lokalen Kollegen voller Vorfreude am Flughafen. Wir alle waren froh, die herausfordernde Zeit hinter uns gelassen zu haben. Für den heutigen Tag hatten wir eine historische Stadttour durch das ca. 2 Stunden entfernte Bagamoyo geplant. 

Nachdem wir die Ausläufer Dar es Salaams hinter uns gelassen hatten, zog die schöne Küstenlandschaft Tansanias an uns vorbei. 

Auf den Spuren der Vergangenheit in Tansania

Bagamoyo blickt auf eine lange Geschichte als Hafenstadt unter persischen, arabischen und indischen Einflüssen sowie auf christliche Missionen und deutsche und englische Kolonialherrschaften zurück. So war Bagamoyo einst u.a. die Hauptstadt Deutsch-Ostafrikas.

Eine Stadttour hier empfiehlt sich für alle Tansania-Reisenden, die vor oder nach Ihrer Rundreise in den Süden noch etwas Zeit haben und sich für die reiche Geschichte des Landes interessieren.

 

In Bagamoyo angekommen, wartete bereits unser lokaler Stadtführer auf uns. Wir ließen unseren Jeep stehen und machten uns zu Fuß auf den Weg in Richtung Altes Fort, das ursprünglich 1860 als privates Gebäude erbaut wurde. Seit 1894 in deutschem Besitz, wurde es bis zum Ende der deutschen Kolonialherrschaft als Garnison genutzt. Nach dem ersten Weltkrieg nutzten es die Engländer als Gefängnis und als Polizeistation. Heute steht das Fort unter Denkmalschutz. 

 

Über den deutschen Kolonial-Friedhof aus den Jahren 1889 – 1894, ging es für uns über den Strand zum Hafen, an dem gerade eine Fisch-Auktion abgehalten wurde. Lebhaftes Treiben und alte arabische Dhow-Boote beeindruckten uns am Hafen. 

 

Durch die historische "Kaiserstraße" (heute India Street) schlenderten wir zu unserer Mittagspause im schönen Poa Poa Restaurant unweit der alten deutschen Schule , in dem ein frisch-gepresster Papaya-Saft auf uns wartete. 

 

Gestärkt machten wir uns im Anschluss auf zur Wallfahrtskapelle, zu den Gräbern früherer Missionsmitarbeiter und zur Katholischen Mission Bagamoyo, der ältesten katholischen Mission Ost- und Zentralafrikas aus dem Jahre 1868. Unweit der Mission befindet sich der Livingstone-Turm, in dem 1874 der Leichnam von Sir David Livingstone (berühmter schottischer Afrikaforscher) auf dem Weg nach England aufbewahrt wurde.

 

Die vorletzte Station auf unserer sehr interessanten Stadttour durch Bagamoyo war die Karawanserai. Bagamoyo stellte ab ca. 1800 den Endpunkt der Karawanenrouten in Ostafrika dar. Unter der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft wurde hier u.a. Elfenbein gelagert. Besucher finden hier heutzutage ein anschauliches Museum.

 

Mit vielen Eindrücken und Informationen ging es zum Schluss zu den Kaole Ruinen, etwas außerhalb von Bagamoyo. Hier können Besucher die Ruinen der ältesten persischen Moschee Ostafrikas aus dem 13. Jahrhundert bestaunen. Die ersten Bewohner Kaoles waren „Shirazi“ aus Persien. Neben der Moschee, befinden sich hier diverse Gräber, u.a. ein „Liebesgrab“, das zwei Ertrunkene während der Überfahrt von Sansibar nach Bagamoyo beherbergte. Nur in Ostafrika befinden sich Gräber direkt an eine Moschee angeschlossen.

 

Beeindruckt von der historischen, kontroversen Vielfalt Bagamoyos und dem Wissen unseres Stadtführers machten wir uns gegen späten Nachmittag wieder auf den Rückweg nach Dar es Salaam, wo ein entspanntes Abendessen auf uns wartete.

 

Am nächsten Morgen startete in aller Früh unsere Rundreise durch den Süden Tansanias in Richtung Mikumi Nationalpark. Seien Sie gespannt auf meinen nächsten Reisebericht aus Tansania.

 

Ihre Jenny Strumpf - Go'n joy Africa


Unterkunfts-Tipp in Bagamoyo

Firefly Lodge Tansania

Firefly Lodge 

 

Rustikale Lodge mit schönem Pool in einem historischen Gebäude inmitten der Altstadt Bagamoyos. 

 

Die Firefly Lodge ermöglicht einen Stadtspaziergang direkt von der Lodge aus ohne Anfahrtswege. 


Impressionen zu Bagamoyo

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